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News | Normung und Bauanwendung
29.06.2026

Aktionsplan zur Senkung der Baukosten

Das Bundesbauministerium hat im Juni 2026 einen „Aktionsplan zur Senkung der Baukosten“ vorgestellt. Der Aktionsplan umfasst 13 Punkte, die u. a. darauf abzielen, die Planung zu straffen, die Förderung zu bündeln und digitale Bauanträge zum Regelfall zu machen. Der Aktionsplan setzt dabei auf drei zentrale Hebel:

  • Technologie und Innovation, um Effizienzreserven zu erschließen und Bauprozesse zu modernisieren,
  • Förderung und Anreize, um Investitionen zu erleichtern und wirtschaftliche Belastungen zu reduzieren,
  • Koordination und Regulierung, um Standards zu vereinfachen, Verfahren zu beschleunigen und vorhandenes Wissen besser zu nutzen.

Konkret soll BIM konsequent eingeführt werden und über den gesamten Lebenszyklus des Bauwerks zu einer digitalen Vernetzung führen. Bauanträge sollen verbindlich bis 2028 von der Antragstellung bis zur Genehmigung durchgängig digitalisiert werden. Die Digitalisierung soll auch dazu beitragen, die Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung zu straffen und zu beschleunigen. Mit standardisierten Datenmodellen wie XPlanung und einer digitalen Verfahrensampel soll das Bauleitplanverfahren effizienter gestaltet und auf maximal zwei Jahre begrenzt werden.

Das serielle und modulare Bauen im Neubau soll durch ein Bonussystem – gekoppelt an kurze Bauzeiten und reduzierte Baukosten – gefördert werden. Hemmnisse im Bereich der Typengenehmigung sollen abgebaut werden. Durch die Nutzung sekundärer Bauteile und Materialien sollen Kosteneinsparpotenziale gehoben werden. Der rechtliche Rahmen für Wiederverwendung und Recycling im Gebäudesektor soll dazu weiterentwickelt werden.

Der Gebäudetyp E soll dazu beitragen, einfacher und rechtssicher von Standards und technischen Normen abzuweichen. Um Beispiele, wie den Hamburg-Standard, zu verbreiten, soll eine Plattform für kostenreduziertes Bauen eingerichtet werden. Die bereits eingeführte Folgekostenabschätzung bei DIN-Normen soll um eine zusätzliche unparteiische Prüfstelle ergänzt werden.

Die Neubauförderung soll in einem modular aufgebauten zentralen Förderprogramm „Neubau“ gebündelt werden. Zudem sollen die Möglichkeiten der degressiven Afa und von Sonderabschreibungen verbessert werden. Zur Sicherstellung effektiver Finanzierungsmöglichkeiten soll ein Deutschlandfond geschaffen werden, durch den mehr private Mittel für den Wohnungsbau akquiriert werden sollen – mit hoher Anlagesicherheit und moderaten Renditen.

Nicht zuletzt will das BMWSB auch einen strategischen Forschungsschwerpunkt auf das kostengünstige Planen und Bauen legen.

Den Aktionsplan zu Senkung der Baukosten finden Sie hier.